ich verstehe trance nicht


sample, dann das immergleiche geschrabbel und alle gehen ab?

würde es die sz nicht geben, täte jeder denken münchen sei das was es ist…

…eine langweilige, erzkonservative, westdeutsche großstadt mit absurd antiseptischer innenstadt, sterbenslangweiligem nachtleben, gutem essen, lustiger dialektiererei und piekfeiner trachtenfolklore. aber die jungen menschen, die dafür sorgen, dass wenigstens ein paar andere junge menschen die süddeutsche zeitung lesen, haben einen auftrag: strikte realitätsleugnung.

jeder der mal in der bayrischen hauptstadt war, sich ein bild vom nachtleben gemacht und mit menschen, die dort ausgehen gesprochen hat, muss zu einem schluss kommen: in der weisswurstmetropole, ist es, ob jener nicht gerade subkulturfreundlichen voraussetzungen, extrem schwierig gescheite veranstaltungen auf die beine zu stellen, vor allem wenn das mit extrem restriktiver drogenpolitik und wenig verständnis für ausdauernde partys zu einem stampfenden beat einhergeht. dazu kommt, dass sich seit einigen jahren diejenigen, die aufgestellte polokragen und perlenohrringe nicht für das modemaß aller dinge halten, doch tendenziell gen nordosten verkrümmeln.

vielleicht sollten die sz-(pop-)zeit-kulturredakteure nicht zu oft nach berlin oder hamburg fahren, dann würde auch der zwang nachlassen, die eigene stadt auf absurde art und weise zu glorifizieren. neuester clou, ein artikel in der sz mit der überschrift “ Hey, das geht ab …“, der sich mit dem münchner nachtleben 2010 beschäftigt, einige münchner clubbetreiber zu wort kommen lässt und nun wirklich keine peinlichkeit auslässt. schon der einleitungssatz strotzt vor floskelhafter eintönigkeit und bemühtem klischeemist:

Die alte Weisheit scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten: Wenn es den Menschen schlecht geht, feiern sie erst recht. Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten suchen die Leute verstärkt nach Zerstreuung und Belustigung. Schon der alte Hemingway hat gesagt: „Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem Glas Whiskey lösen könnte.“ Offenbar haben sich die Münchner in Zeiten der Finanzkrise daran orientiert.

dann kommt irgendein kerl vom ödesten c-promi-glotzschuppen der welt zu wort und wahnsinn! ein neuer trend! unglaublich:

Rado Pavlov vom P1 sieht einen neuen Trend im Club-Hopping: „Viele bleiben nicht den ganzen Abend in einem Club, sondern ziehen durch die Stadt von einer Location zur nächsten.“

so crazy sind sie in minga! und dann kommt mein persönlicher lieblingssatz (kursiv im original):

Temporäre Nutzungen von Locations im Sinne eines Guerilla Clubbing seien nach wie vor en vogue.

hallo? merkt hier jemand noch irgendetwas?

aber in minga, da benutzen sie auch das „internet“:

Und P1-Chef Pavlov sieht eine Innovation in der schnelleren Kommunikation via Web: „Durch das Internet ist alles vernetzt, Neues in der Musik und Szene spricht sich wie ein Lauffeuer herum.“

ja mei, wahnsinn. 2010 und die zukunft wird zur gegenwart! wie in so science fiction filmen!

und selbst der macher eines der wenigen gescheiten clubs in münchen entblödet sich nicht eine piefig-lokalpatriotische mundarthymne zu singen und seine verbundenheit zum autochthonen schunkelinzest zu bekennen:

Süss freut sich erst einmal darauf, dass sein Harry Klein bald von der Kulturfabrik in die Sonnenstraße umzieht und nennt das den „Einzug ins gelobte Land“. Desweiteren träumt er von einer Ausweitung des Lokalkolorits: „Türsteher mit Mundart (Watschntoni) und ein Technozelt auf der Wiesn.“

und weil 2 trends nicht ausreichen (zur erinnerung: „clubhopping“ und „bayrisch reden“), aller guten dinge 3 sind, hier noch der allerletze schrei:

Sugar-Chef Schmitz findet dagegen, dass der Trend weggeht von Clubs hin zu Party-Restaurants: „Das ältere Publikum geht halt nicht mehr so häufig aus. Deren neue Wohnzimmer sind Hugos, Cavos, Kytaro, also Restaurants, die nach dem Essen die Musik aufdrehen und Party machen.“ Und Edmoses-Chef Jäger sieht gar ein neues Viertel am Partyhorizont aufgehen: „It’s time for Maxvorstadt.“

wahnsinn die zweite! das hat es noch nie gegeben. restaurants, die dann zu clubs werden. das hat der schmitz sicher in diesem „internet“ in einem „blog“ aus new york city gelesen, dass man das jetzt machen tut.

liebe münchner, ihr habts da eine pittoreske stadt samt gasthäuser mit leckerem essen und gutem bier, die alpen sind nicht weit, der fc bayern spielt eine solide kugel und hier kommt man gerne hin, wenn man mal keine lust auf den exzessiven partytrubel berlins hat; man kann in diversen clubs nett und moderat party machen, ohne dass man gefahr läuft sich montags morgens auf einer afterhour wiederzufinden. wozu also diese unsäglichen wie nervigen übertreibungen?

der ganze artikel

sowas kommt von sowas


sowas kommt von sowas:



Wegen Körperverletzung im Amt wurden in den Jahren 2003 bis 2005 zwischen 366 und 543 Ermittlungen jährlich eingeleitet. Im selben Zeitraum wurde in Hamburg in 2.461 Fällen Anzeige erstattet. Nur 17 davon wurden bis zur Anklage gebracht. Keine einzige Anklage wegen Körperverletzung im Amt wurde in den Jahren 2006 bis 2008 erhoben.

lustig

es ist nun nicht so, dass mir st. pauli oder usp sonderlich sympathisch wären, aber das ist großartig. die armen einzeller sind nun völlig verwirrt.

gimme my gun..



via cranksinatra

when i‘m up in my room

tocotronic

musste mal gesagt werden

robert gernhardt und der mexikanische torwart

Italien-Mexiko, Fußball-WM, 28.6.94

Wäre ich schwul,
ich verliebte mich
in den mexikanischen Torwart.

„Dann sei doch mal schwul,
verlieb dich doch
in den mexikanischen Torwart!“

Schweig stille, mein Herz,
was faselst du da
vom mexikanischen Torwart?

Wie säh‘ das denn aus:
Ich und verliebt
in den mexikanischen Torwart?!

Verzeih, liebe Frau,
ich lebe ab jetzt
mit diesem mexikanischen Torwart.

Hallöchen, Jungs,
begrüßt meinen Freund,
einen mexikanischen Torwart!

Ist hier noch was frei
für mich und den Herrn,
jenen mexikanischen Torwart?

Grüß Gott, Herr Kaplan,
wir wär‘n gern ein Paar,
ich und dieser mexikanische Torwart…

Herz, du spielst falsch!
Du denkst nicht an mich
und schon gar nicht an den mexikanischen Torwart!

Denn tätest du das,
bedächtest du auch,
was derweil aus dem mexikanischen Tor wird!

Darum werd ich nicht schwul.
Ich verlieb mich auch nicht
in den mexikanischen Torwart.

Ich bleib treu und normal,
und du, mein Herz,
gehörst einer deutschen Hausfrau!

yes!


kluges von der vogue italia bossin

spiegel online, also jenes mächtige portal, das sich nicht mal über den unterschied von vice president und vizepräsident im klaren ist, hat der italienischen vogue-chefin franca sozzani eine extradumme frage gestellt:

SPIEGEL ONLINE: Kann man bei Lagerfeld oder Jil Sander, Joop oder Gabriele Strehle eine deutsche Handschrift erkennen?

normalerweise schwafelte jetzt jeder befragte von deutschland, tugenden, mercedes, kraftwerk und dem nationalcharakter, also jener deutschen handschrift, die sich am besten im akribisch ausgeführten judenmord expliziert hat, heute jedoch obsoleter denn je sein sollte. aber die smarte frau, gibt eine kluge, wie nicht erwartete antwort:

So wie wir Italiener nicht mehr an der Renaissance gemessen werden wollen, hat es keinen Sinn, die Deutschen auf ihre Rationalität, auf ihren Ordnungssinn zu reduzieren. Noch dazu in einer Zeit, in der man sich problemlos per Flieger oder Internet von einem Kontinent zum anderen bewegen kann.

das ganze interview



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